Ev.-luth. Kirchengemeinde Münchehagen

Kirche-Südseite-a
Kirche-innen-1
Taufstein
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Orgel-Prospekt1a

Die Geschichte der ev. luth. Kirche in Münchehagen

Bevor unsere heutige, aus Bruchsteinen erbaute Kirche an ihrem Platz mitten im Dorfe stand, hat es schon mindestens zwei Vorgängerkapellen am gleichen Ort gegeben. Nach alten Urkunden wurde wahrscheinlich die erste Kapelle 1463 am Standort der heutigen Kirche aus Holz erbaut. Diese Kirche, von der wir sonst wenig wissen, hat somit lange Jahre der Gemeinde Münchehagen als Gotteshaus gedient. Der alte Taufstein und die Sandsteinplatte auf dem Altar sind wahrscheinlich schon Bestandteil dieser ersten Kapelle gewesen. Die Kapelle wurde im Jahre 1615 durch Söldner der Generalstaaten bei kriegerischen Auseinandersetzungen im Weserraum niedergebrannt.

In der Folge wurde ein Ersatzbau als Kirche errichtet, der offenbar aber so schlecht gebaut war, daß er schon wenige Jahrzehnte später baufällig war.

Danach entschloss sich das Kloster Loccum, einen neuen Kirchbau zu errichten, diesmal aus Bruchsteinen. Im Jahre 1713 legte der bekannte Loccumer Abt Molan den Grundstein zum Wiederaufbau der Kapelle. Die Kapelle war damals auf den Grundmauern der ursprünglichen Kapelle erbaut. Als Baumaterial wurden Quadersteine und Bruchsteine der klostereigenen Steinbrüche am Rehburger Berg genommen. Weil es sich um eine einfache Kapelle handelte, die nur gelegentlich zu Gottesdiensten genutzt wurde im Übrigen nahm die Gemeinde Münchehagen am Gottesdienst in Loccum teil  stand die Kapelle zunächst ohne Turm. Der Turmbau wieder vielmehr erst im Jahre 1750 durch die politische Gemeinde Münchehagen nachgeholt; durch statische Probleme, die sich durch den Glockenturm ergaben wurden wahrscheinlich danach die heute für den Kapellenbau typischen Seitenpfeiler an den Ecken der Kapelle gebaut.

Es wird berichtet, dass im Jahr 1848 die Kapelle in Münchehagen so sehr verfallen war, daß die Steinhauer und Bergleute aus Münchehagen im Zuge der bürgerlichen Revolution diese Jahres, das Kloster Loccum als die örtliche Obrigkeit stürmten und unter anderem eine Renovierung der Kirche forderten. Im Jahr 1848 ist die Kirche dann auch erneuert worden; die Fenster wurden mit neuen Steingewänden versehen, das Dach ist offenbar völlig erneuert worden und das Fenster an der Ostseite (im Chorraum) zugemauert worden. Außerdem wurde eine kleine Seitenpforte zugemauert.

Im Jahr 1882 erhielt die Gemeinde durch das Kloster Loccum eine Orgel. Seit dieser Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Gemeinde Münchehagen eine ständige Hilfsgeistlichenstelle, die immer nur für einige Jahre besetzt war und seit damals findet regelmässig sonntags in der Kirche Gottesdienst statt, so dass die Gemeinde nicht mehr nach Loccum zum Gottesdienst gehen musste.

Unsere Kirche ist dann noch mehrfach renoviert worden. Ältere Gemeindeglieder erinnern sich an die Renovierung in den dreißiger Jahren, als die Kanzel von der Ostwand an ihren gegenwärtigen Platz versetzt wurde. An der Chorwand stand damals der Spruch “Einen anderen Grund kann niemand legen außerdem der gelegt ist welcher ist Jesus Christus.”

Danach wurde im Jahr 1974 der Chorraum noch einmal neu gestaltet. Es wurde damals ein Holzrelief aufgehängt, das die sieben Schöpfungstage darstellte.

Immer wieder neu auftretende Diskussion in der Gemeinde über das damalige Bild der Kirche führten dazu, dass der Kirchenvorstand seit Mitte der 80ziger Jahre eine Neurenovierung der Kirche plante. Mit viel Liebe zum Detail wurde die Kirche in ihrer barocken Gestalt wiederhergerichtet. Einen besonderen Platz erhielt der neugeschaffene Flügelaltar, der auf seiner Innenseite das Geschehen von Ostern und auf der Außenseite die Kreuzigungszene darstellt.

Mit der letzten großen Renovierung ab 2010 wurde der Dachreiter und das dazugehörige Tragwerk komplett saniert und restauriert. Im Rahmen der Renovierung wurde auch der Innenanstrich der Kirche neu gemacht und auch eine neue Orgel, die zum größten Teil von der Gemeinde finanziert wurde, konnte der Gemeinde dann endlich im Dezember 2013 übergeben werden.